SPIELARTEN DES BIKEPACKINGS

Gerade sportlichen Radfahrern, die es lieben, schnell unterwegs zu sein, bietet das Bikepacking eine Fülle neuer Möglichkeiten. In jedem Fall umweht das Touren ohne Träger ein Hauch von Abenteuer. Die Leichtigkeit, mit der sich das trägerlose Rad im Gelände bewegen lässt, das hohe Tempo, das auf Asphalt möglich wird – all das erweitert den Radius und beflügelt die Fantasie. Wege, die mit Tourengepäck unfahrbar sind, lassen sich mit einem Mal bewältigen; Ziele, die mit Ladung unerreichbar waren, rücken nun in greifbare Nähe. Realisiert mit unterschiedlichen Radtypen vom Gravel-Racer über das Mountainbike zum Rennrad oder Fatbike, sorgt das Bikepacking für ganz unterschiedliche Reiseerlebnisse. Mehr Infos zu den Rädern hier.

Das bekannteste Format des Bikepackings ist das Micro-Adventure, in seiner kürzesten Form als Eine-Nacht-Ausfahrt auch „Overnighter“ genannt. Freilich gibt es auch Bikepacker, die auf ausgedehnte Reisen meist entlang unwegsamer Wanderwege starten, während als sportlichste Form eine Vielzahl an Bikepacking-Rennen existieren.

Micro-Adventure/Overnighter

Der Britische Abenteurer und Autor Alastair Humphreys hat den Begriff „Micro-Adventure“ populär gemacht: ein kurzes Outdoor-Abenteuer, für das man weder Survival-Experte noch Sportprofi sein muss und das jeder in seinem normalen Alltag realisieren kann. Das Micro-Adventure ist derzeit die beliebteste Form des Bikepackings – vergleichbar mit dem klassischen Kurztrip, etwa einer Städtereise am Wochenende. Ein kurzer Ausbruch aus dem Alltag, ohne große Vorbereitung, umfassendes Spezialwissen oder unkalkulierbare Risiken. Einfach mal für eine Nacht in einen Landstrich, eine Region oder ein Gebirge eintauchen. Mancher Bikepacker startet nach der Arbeit, radelt über Wald- und Forstwege bis zu einer Wetterschutzhütte, verbringt dort einen Abend am Lagerfeuer und pedaliert am anderen Morgen direkt wieder Richtung Schreibtisch. Die Duschmöglichkeiten fahrradfreundlicher Arbeitgeber sind gerade für solche Abenteuer ein echter Gewinn.

Lagerplatz beim Overnighter

Lagerplatz beim Overnighter

Reisen

Bikepacking als Reisestil ist ideal für Fahrten auf Wanderrouten oder sehr schlechten Straßen. Das geringere Ladevolumen der Taschen nötigt zur Sparsamkeit beim Gepäck, so ist man leichter und damit meist auch schneller unterwegs. Das ist auch für Rennradfahrer verlockend, die ohne Gepäckträger oder Begleitwagen unterwegs sein wollen.

Bikepacking-Reisen sind also meist spartanisch in der Ausrüstung, sportlich im Fahrstil und mit reichlich Naturgenuss und hohem Abenteuer-Faktor gesegnet. Das schmale Gepäck vereinfacht dazu die Anreise mit Bahn, Flugzeug oder Auto.

Wer eine Biwak-Ausrüstung in den Bikepacking-Taschen verstaut hat, ist unterwegs sehr flexibel und kann Route oder Tagesziele spontaner anpassen als Radler mit vorgebuchten Unterkünften. Nicht selten weiß ein Bikepacker am Morgen noch nicht, wo er abends seinen Schlafsack ausrollen wird.

Self-support Races

Unter einem self-support Race versteht man ein Rennen, das nur eine minimale Struktur aufweist. In der Regel gibt es lediglich eine festgelegte Route und eine Art „Gentlemen’s Agreement“ oder einen Kodex, der die Spielregeln bestimmt (zum Beispiel: http://www.navad1000.ch/Infos/Reglement). Im Mittelpunkt steht die Idee der Selbstversorgung, nach der die Fahrer ohne fremde Hilfe auskommen sollen. Einzig kommerzielle Angebote, die jedem Fahrer gleichermaßen zur Verfügung stehen, dürfen genutzt werden. Jeder ist sein eigener Navigator, Arzt, Koch, Sherpa, Schrauber. Diese Formate haben das moderne Bikepacking hervorgebracht.

Hier eine Auswahl

Australien:

Cloudride (MTB, 1.000 km) http://www.cloudride1000.com

Deutschland:

Bikepacking Trans Germany (MTB, 1.650 km) http://btg.voidpointer.de/de/index.html

Cherusker 500 (MTB, 500 km) http://www.mtb-news.de/forum/t/cherusker-500-bikepacking-challenge-in-ostwestfalen.740896/

Grenzsteinstrophy (MTB, 1.250 km) http://overnighter.de/gst/

Candy B. Graveller (Gravel. 550 km) http://www.candybgraveller.cc/

Europa:

Transcontinental (Rennrad, ca. 4.000 km, eigene Routenwahl) http://www.transcontinental.cc

Torino-Nice-Rally (Gravel, 700 km) http://torino-nice.weebly.com/home.html

Finnland:

Rovaniemi 300 (Fatbike, 300 km) http://www.rovaniemi150.com/rov300/

Israel:

Holyland MTB Challenge (MTB, 1.400 km) http://holylandmtbchallenge.com

Italien:

Italy Divide (MTB, 850 km) http://www.italydivide.it

TuscanyTrail (MTB, 560 km) http://www.tuscanytrail.it/it

Japan:

The Japanese Odyssey (Rennrad, 2.400 km) http://www.japanese-odyssey.com

Kanada/USA:

Tour Divide (MTB, 4.418 km) http://tourdivide.org

Neuseeland:

Kiwi Brevet (MTB, 1.100 km) http://kiwibrevet.blogspot.de

USA:

Arizona Trail Race (MTB, 1.207 km) http://topofusion.com/azt/race.php

Colorado Trail Race (MTB, 805 km) http://www.climbingdreams.net/ctr/

Gold Rush Gravel Grinder (Gravel, 337 km) http://www.goldrushgravelgrinder.com

Iditarod (Fatbike, 563 & 1.609 km) http://www.iditarodtrailinvitational.com

TransAmBikeRace (Rennrad, 7.082 km) http://transambikerace.com

Trans Iowa (Gravel, 546 km) http://transiowa.blogspot.de

Schottland:

Highland Trail 550 (MTB, 900 km) http://www.highlandtrail.net

Schweiz:

The Navad 1000 (MTB, 1.000 km) http://www.navad1000.ch

Tschechien:

1000 Meilen (MTB, 1.600 km) http://www.1000miles.cz